Es gibt diese Tage, an denen man es spürt. Nicht deutlich, nicht messbar, aber spürbar. Der Winter ist noch da, doch er hat seine Strenge verloren.
Das Licht verändert sich. Es bleibt länger. Es wird wärmer im Ton, weicher in der Bewegung.
Am Morgen liegt noch Frost auf dem gefrorenen Fjord, doch am Nachmittag beginnt das Eis an manchen Stellen zu schmelzen. Kein dramatischer Übergang, nur ein leises Nachgeben.
Auch die Vögel werden lauter. Ihr Gesang wirkt entschlossener, fast ungeduldig. Als wüssten sie etwas, das wir nur ahnen.
Und dann sind da diese ersten Frühlingsgefühle. Ein Hauch von Vorfreude, der sich zwischen Schnee und Eis einschleicht. Man steht draußen, sieht die Sonne über den Bergen aufgehen, und plötzlich fühlt sich alles anders an. Nicht wärmer vielleicht, aber heller.
Doch der Winter gibt nicht sofort auf. Er hält die Landschaft noch fest, zieht die Nächte lang und kühl. Als wolle er sagen, noch bin ich hier.
Vielleicht braucht es genau dieses Zögern. Diesen Zustand, in dem nichts ganz vorbei und noch nichts ganz begonnen ist. Ein langsames Lösen statt eines abrupten Endes.
Dieses Bild zeigt keinen Frühling. Es zeigt den Moment davor. Und vielleicht ist gerade das der schönste Teil, wenn man spürt, dass etwas Neues kommt, auch wenn der Winter noch nicht loslassen will.


A beautiful capture of this fleeting moment.
Thank you very much. Moments like this pass quickly, which makes them even more special to capture.
Der entscheidende Punkt ist wohl, wie so oft das Licht. Es spricht in seinen Abstufungen und Zeiten zu allem was lebt. Die Vögel merken es wohl noch deutlicher als wir. Ihr Tagesrhythmus ist dem Licht angepasst.
Dass es etwas mit uns macht, wenn das Licht sich nur wenig ändert, sehe ich auch so. Diese Freude über länger werdende Tage.
Bei dir dort oben ist der Ablauf ein anderer, aber das Gefühl ist sicher gleich. Dieser innere Jubel…
Das Bild gefällt mir gut mit dem einfallenden Licht, dass eine Vorfreude birgt.
Liebe Grüße,
SyntaxiaSophie
Hallo Sophie! Vielen Dank für deine einfühlsamen Gedanken. Du hast recht, das Licht ist oft der entscheidende Punkt. Es verändert mehr, als man zunächst wahrnimmt. Hier oben im Norden ist der Rhythmus vielleicht extremer, aber dieses innere Aufatmen bei länger werdenden Tagen ist ganz sicher dasselbe.
Es freut mich sehr, dass du diese Vorfreude im Bild gespürt hast.
Herzliche Grüße
Dirk
Sehr schönes Foto. Typisch für Nordnorwegen jetzt. Wir sind in einer Woche auch wieder dort. Und zwar mit Dialyse 3 x in der Woche.
Und ich schreibe einen Blog den du auf http://www.renardum.com lesen kannst.
Vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass ihr wieder nach Nordnorwegen reist. Gerade jetzt zeigt sich der Norden in einer ganz eigenen Klarheit. Ich wünsche euch eine gute Zeit dort und alles Gute für die Dialyse. Es braucht sicher viel Organisation und Kraft, das mit einer Reise zu verbinden.
Danke auch für den Hinweis auf deinen Blog, ich schaue gern einmal vorbei.
Viele Grüße
Dirk
Durch die Dialysen sind Freundschaften entstanden. Damit ist der Aufwand vorher überschaubar. Das war aber bei unserer großen Reise anders. Da war ich mehrfach kurz vor der Kapitulation. Wenn du ins Suchfeld meiner Seite “Nordkap 1” oder 2 oder 3 eingibst, kannst du viel nachlesen. VG Reinhard
Vielen Dank, Reinhard, dass du das teilst. Es ist beeindruckend, was für Wege man trotzdem gehen kann – und welche Begegnungen dabei entstehen.
Deine Reise zum Nordkap muss eine große Herausforderung gewesen sein. Ich werde mir deine Berichte dazu auf deiner Seite auf jeden Fall einmal anschauen.
Viele Grüße
Dirk