Der Wald lässt sich leicht als Ganzes betrachten. Bäume, Moose, Pflanzen und Zweige wachsen zu einer dichten Landschaft zusammen. Doch wenn ich länger dort verweile, beginnen kleine Dinge aus dieser Fülle hervorzutreten. Ein Ast im Licht. Ein winziges Stück Moos. Eine Form, die nur für Sekunden aus dem Dunkel tritt.
Ich suchte nicht nach einem Bild des gesamten Waldes. Mich interessierten die unscheinbaren Fragmente darin. Das Licht entschied, was sichtbar werden durfte und was verborgen blieb. So entstanden Fotografien, die nur einen winzigen Ausschnitt zeigen und doch etwas vom Geheimnis des Waldes bewahren.
Das Video zum Fotoprojekt
Im Video begleite ich die Suche nach den Motiven und die fotografischen Entscheidungen vor Ort.
Die fotografischen Herausforderungen
Wenn das Licht nur Sekunden bleibt
Die größte Herausforderung war das Licht. Während die Morgensonne durch die Bäume wandert, verschieben sich die hellen Stellen ständig. Ein Motiv, das eben noch genau richtig beleuchtet war, kann im nächsten Moment verschwunden sein. Es bleibt wenig Zeit, eine Form zu erkennen, die Komposition zu finden und auszulösen.
Die Bilder des Projekts
9 Fotografien, die unterschiedliche Beobachtungen und Entscheidungen sichtbar machen.
Begegnung im Licht. Fast vollständig von Dunkelheit umgeben, tritt ein Fragment des Stammes für einen kurzen Moment ins Licht. Der Wald gibt nur wenig preis. gerade genug, um den Blick festzuhalten.Im Licht gefunden. Ein schmaler Ast tritt für einen Augenblick aus der Dunkelheit hervor. Das Licht streift seine Oberfläche und macht sichtbar, was wenige Schritte weiter vielleicht unbemerkt geblieben wäre.Am Rand des Lichtes. Ein gebogener Ast zeichnet sich aus der Dunkelheit ab, während darunter ein kleines Stück Moos vom Licht berührt wird. Dahinter beginnt bereits wieder das Unsichtbare.Im VerborgenenLichtfänger. Nur wenige Strahlen finden ihren Weg durch das dichte Dunkel. Die feinen Zweige fangen das Licht auf und leuchten für einen kurzen Moment auf, bevor der Wald sie wieder verschluckt.Begegnung. Nur wenige Spuren treten aus der Dunkelheit hervor. Ein Stamm, ein schmaler Ast, ein Hauch von Licht. Der Rest bleibt verborgen und überlässt der Vorstellung, was der Wald im Schwarz noch zurückhält.Aus dem Dunkel. Aus tiefem Schwarz tritt der Stamm langsam hervor. Das Licht zeichnet seine raue Oberfläche nach und gibt für einen Moment etwas preis, das im nächsten Augenblick wieder in der Dunkelheit verschwinden könnte.Dem Dunkel entgegen. Aus dem letzten Licht greifen kahle Äste hinaus in die Dunkelheit. Ihre Konturen bleiben noch einen Moment sichtbar, bevor sie sich im Schwarz des Waldes verlieren.Der verborgene Stein. Fast vollständig von Dunkelheit umgeben, tritt ein Teil des Steins ins Licht. Moose und Flechten werden sichtbar und erzählen von einer kleinen Welt, die im Schatten des Waldes verborgen liegt.