Als ich diese Hütte zum ersten Mal an diesem Tag sah, war sie nur ein Motiv. Ein kurzer Halt auf dem Weg nach oben. Ein paar Bilder. Ein Blick auf die Landschaft. Dann ging es weiter.
Das eigentliche Ziel lag höher.
Die Berge verschwanden teilweise im Nebel. Die Felsen wirkten rau und abweisend. Eine Landschaft, die wenig Interesse daran zeigt, ob Menschen hier unterwegs sind oder nicht.
Genau das mag ich an solchen Orten. Sie wurden nicht für uns geschaffen. Sie sind einfach da.
Still. Wild. Unbeeindruckt.
Als ich später auf dem Gipfel stand, änderte sich das Wetter. Zuerst langsam. Dann sehr schnell.
Wolken schoben sich über die Berge. Der Wind nahm zu. Und aus einem gewöhnlichen Abstieg wurde plötzlich ein Wettlauf gegen das Unwetter.
Der Berg schickte mich zurück. Schneller, als ich geplant hatte.
Als diese Hütte wieder auftauchte, war sie kein Fotomotiv mehr. Sie wurde zu etwas anderem. Zu Schutz, zu Wärme. Zu einem Ort, an dem man für einen Moment durchatmen konnte, während draußen Wind, Regen und Hagel gegen die Wände schlugen.
Vielleicht gefällt mir das Bild heute deshalb so gut. Weil ich nicht nur die Hütte sehe.
Ich höre den Wind. Ich spüre die Kälte.
Ich erinnere mich an das Gefühl, als diese kleine Steinhütte plötzlich wichtiger wurde als der Gipfel selbst.
Manchmal sind es nicht die großen Ziele, die in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es die Orte dazwischen. Die Orte, die man zuerst kaum beachtet.
Und die später die ganze Geschichte erzählen.


Lieber Dirk,
dieses Bild hat mir auf Anhieb gefallen. Es veranschaulicht die Bedeutung und geniale Lage dieser Schutzhütte so überzeugend, dass man dies beim Betrachten des Bildes unmittelbar spürt. Das Eingebettetsein in diese Steinwüste mit den detailreich gezeichneten Felsen im Vordergrund und dem Grat im Hintergrund vermittelt das Ausgesetztsein und die Notwendigkeit von Schutz. Toll gemacht.
Viele Grüße Horst
Excellent photo and thoughts, Dirk. I’m glad that the shelter was there for you.
Great photo and refuge.