Manchmal liegt eine ganze Eiszeit direkt vor unseren Füßen.
An diesem Steinstrand an der norwegischen Küste liegen Tausende Steine dicht nebeneinander. Grau, braun, rot, beinahe schwarz. Manche glatt und rund, andere rau und von feinen Linien durchzogen.
Sie gehören zu einer alten Gletschermoräne und sind Spuren einer Landschaft, die vom Eis geprägt wurde.
Wenn ich dort stehe, verändert dieses Wissen meinen Blick. Plötzlich sehe ich keine Ansammlung von Steinen mehr. Ich sehe Zeit.
Zeit, die sich kaum begreifen lässt.
Fotografisch ist ein solcher Steinstrand eine Herausforderung. Überall entstehen Formen, Farben und Strukturen. Das Bild kann schnell unruhig wirken.
Genau darin liegt für mich der Reiz.
Ich suche nach einer Ordnung innerhalb dieses natürlichen Chaos. Nach Wiederholungen, kleinen Unterbrechungen und Linien, denen das Auge folgen kann.
Bei diesem Foto führen mich die Steine vom Vordergrund langsam zum Meer. Darüber liegt der schwere Himmel und gibt der Landschaft etwas Ruhiges, beinahe Zeitloses.
Vielleicht fasziniert mich dieser Ort deshalb so sehr.
Das Eis ist längst verschwunden. Das Meer arbeitet weiter an den Steinen. Wind und Wasser verändern sie immer noch, nur so langsam, dass wir es kaum wahrnehmen.
Für mich ist Landschaftsfotografie auch deshalb ein langsames Sehen. Je länger ich bleibe, desto mehr beginnt eine scheinbar einfache Landschaft zu erzählen.
Mehr Bilder und Gedanken zu diesem Ort findest du in meinem Fotoprojekt „Zwischen den Steinen“ unter diesem Link.


A beautiful photo! The ice age has always fascinated me as has geology. The ice did a fantastic job creating landscapes. Geologic time is something humans can’t fully grasp.
Sehr schön in Szene gesetzt!
Da will ich hin! Ein sehr schönes Bild, lieber Dirk!