Der Winter hat die Landschaft ruhig werden lassen. Nicht plötzlich, nicht dramatisch. Es ist ein Zurücknehmen.
Es liegt kaum Schnee. Der Boden ist offen und dunkel. Und trotzdem ist es kalt. Der See ist gefroren. Die Oberfläche ist glatt und geschlossen. Das Wasser ruht unter einer dünnen Eisschicht.
Ein einzelner Ast liegt über dem Eis. Darunter spiegelt er sich nahezu deckungsgleich. Oben und unten sind kaum zu unterscheiden. Das Motiv ist reduziert und klar.
Nichts bewegt sich. Der Moment bleibt stehen.
Solche Bilder entstehen, wenn man nichts hinzufügt. Wenn man wartet und akzeptiert, dass gerade wenig passiert.
Der Winter verlangt nichts. Er ist einfach da.
Das Meer war da. In Bewegung, unruhig, nie still. Und doch wirkte alles ruhig, fast gesammelt.
Dieses Bild entstand früh am Morgen, zum Sonnenaufgang. Der Tag hatte gerade begonnen, das Licht war niedrig, weich und klar. Ein typisches Winterlicht, zurückhaltend und ehrlich. Es legte sich über die Felsen, ohne sie zu dramatisieren, als wolle es nichts erklären, sondern nur begleiten.
Was mich an solchen Momenten fasziniert, ist dieser Widerspruch. Das Meer arbeitet unaufhörlich. Es zieht, drückt, verändert. Und doch kann es im Bild still werden. Nicht weil die Bewegung verschwindet, sondern weil sie sich auflöst. Zeit wird gedehnt, Unruhe geglättet, Chaos verwandelt sich in Ruhe.
Ein wichtiger Teil dieses Bildes entsteht durch das Weglassen. Ich habe bewusst auf eine klare Horizontlinie verzichtet und störende Elemente im Vordergrund ausgeblendet. Nicht um etwas zu verbergen, sondern um Raum zu schaffen. Raum für das Wasser. Raum für das Licht. Raum für das, was zwischen Bewegung und Stillstand entsteht.
Zwischen den Steinen bleibt alles fest. Das Wasser kommt und geht. In dieser Begegnung liegt für mich etwas sehr Menschliches.
Ich suche solche Momente nicht, um das Meer zu bändigen. Sondern um zu zeigen, dass Ruhe entsteht, wenn man beginnt, weniger festzuhalten und die Dinge anders zu sehen. Nicht nur im Bild, sondern auch im Leben.
Der Jahreswechsel liegt hinter uns. Die Tage waren dunkel, die Nächte noch lang, und für einen Moment schien alles stillzustehen. Auch ich habe mich zurückgezogen, habe dem Winter Raum gelassen. Ein stiller Winterschlaf, der nötig war, um wieder klar zu sehen.
Dieses Bild entstand in einer Zeit des Wartens. Die Sonne steht noch tief, aber sie zeigt sich wieder. Zögerlich, sanft, fast schüchtern. Ihr Licht reicht noch nicht weit, doch es genügt, um Hoffnung zu tragen.
Das Eis liegt ruhig auf dem Wasser, die Landschaft hält inne, und doch spürt man, dass etwas neues beginnt.
Die letzten Tage waren fotografisch nicht einfach. Wolken, graues Licht, wenig Kontrast. Aber vielleicht gehört genau das dazu. Nicht jeder Moment will festgehalten werden. Manche sind einfach da, um uns Geduld zu lehren.
Jetzt, mit dem neuen Jahr, erwache ich langsam wieder. Ideen nehmen Form an, Projekte liegen bereit, Wege zeichnen sich ab. 2026 wartet nicht laut, sondern offen. Und ich freue mich auf all die stillen und intensiven Fotoabenteuer, die vor mir liegen. Auf frühe Morgen, leere Orte, unerwartetes Licht.
Ich möchte allen, die meine Bilder begleiten, von Herzen ein gesundes und schönes neues Jahr wünschen.
Möge es euch Ruhe schenken, Klarheit, Gesundheit und viele kleine Momente, die tragen.
Denn auch wenn der Winter noch da ist das Licht kehrt zurück und mit ihm die Lust, wieder loszugehen.
Es ist Weihnachten. Der dunkelste tag liegt hinter uns. Die längste Nacht ist vergangen, fast unbemerkt. Und auch wenn man es noch kaum sieht, beginnt das Licht langsam zurückzukehren.
Dieses Bild entstand in einer Zeit des Wartens. Der Himmel noch schwer, das Wasser ruhig, die Berge im Schatten. Ein warmer Schein am Horizont, nicht hell, nicht laut, aber beharrlich. So wie das Licht selbst in diesen Tagen. Es drängt sich nicht auf. Es kommt still zurück.
Wie so oft lässt der Schnee auf sich warten. Vielleicht ist das genau richtig so. Denn auch ohne Weiß liegt etwas Sanftes in dieser Jahreszeit. Eine Ruhe, die tiefer geht als jede festliche Dekoration. Ein Moment zum Innehalten. Zum Zurückblicken. Zum Loslassen.
Für mich ist Weihnachten kein lautes Fest. Es ist ein leiser Übergang. Ein Dank an das, was war. Und ein vorsichtiger Blick nach vorn.
Ich wünsche allen, die meine Bilder begleiten, ein ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest. Möge das Licht euch erreichen, auch dort, wo es lange dunkel war. Ich wünsche euch Gesundheit, Glück und Zuversicht für das neue Jahr.
Und einen guten Übergang in eine Zeit, die wieder heller wird. Schritt für Schritt. Tag für Tag.
Denn auch wenn wir es noch nicht sehen das Licht ist schon unterwegs.
Es gibt Tage, an denen sich die Landschaft verwandelt, ohne ein Geräusch. Dieses Bild entstand an einem solchen Nachmittag. Winteranfang, klare Luft und das warme Licht der späten Stunde. Von weitem sah der Berg schon kalt aus, fast unnahbar. Doch mit 400 Millimeter rückte er plötzlich nah heran, als würde er für einen Moment erzählen wollen.
Die Vorweihnachtszeit läuft bereits auf vollen Touren. Viele Wege, viel zu tun, die Tage fühlen sich eng an. Zeit zum Fotografieren zu finden, ist selten geworden. Und gerade in dieser Jahreszeit wird das Licht knapp, denn im Winter zeigt sich die Sonne nur für kurze Zeit. Man muss wach sein, wenn sie kommt, denn sie bleibt nicht lang.
Doch genau in diesen wenigen Minuten geschieht oft das Besondere. Die Sonne stand schon tief, ihr Licht berührte nur noch die höchsten Schneespitzen. Wie ein leiser Abschiedsgruß vor der Nacht. Der Schnee nahm das Licht auf und gab es sanft zurück, als wolle er sagen, der Winter ist da, aber er kommt mit Ruhe.
Solche Momente dauern nicht lang, aber sie hinterlassen Spuren. Vielleicht spürt man darin, dass Stille sichtbar werden kann. Vielleicht ist es die Ahnung, dass ein neuer Abschnitt beginnt.
Was auch immer es war, für einen Augenblick kam der Tag zur Ruhe. Und der Berg sprach ganz ohne Worte.
Manchmal zeigt sich Schönheit an Orten, an denen man sie nie vermuten würde.
Dieses Bild entstand an einem toten Baum im Wald. Unterhalb des Stammes, verborgen im Schatten, hing ein feines Spinnennetz, so zart und unscheinbar, dass es im natürlichen Licht des Morgens kaum zu erkennen war.
Erst als ich meine kleine Lampe nahm und vorsichtig unter den Stamm leuchtete, begann das Netz zu leben. Winzige Tropfen glühten plötzlich auf, als hätte jemand kleine Funken darin verteilt. Ohne dieses Licht wären sie unsichtbar geblieben, verloren im Dunkel, verborgen unter dem alten Holz.
Ein leiser Windhauch ließ das Netz schwingen, und die Tropfen funkelten nur für einen kurzen Moment, bevor sie wieder im Schatten verschwanden.
Es war ein zarter Tanz zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden, ein Augenblick, der fast nicht existierte und dennoch eine unglaubliche Tiefe hatte.
Ich habe dieses Bild “Gefangenes Leuchten” genannt, weil das Licht in diesen Tropfen für einen einzigen Moment gefangen blieb.
Nicht festgehalten, sondern nur kurz berührt. So, als würde das Unsichtbare für einen Atemzug sagen: Ich bin auch da.
Für mich sind solche Momente das Herz meiner Art der Makrofotografie. Sie entstehen nicht auf Wegen oder an offensichtlichen Stellen, sondern dort, wo alles dunkel wirkt.
Man muss bereit sein, Licht dorthin zu bringen, wo niemand hinschaut. Dann zeigen sich diese kleinen Wunder, flüchtig, zart und kostbar.
Diese Aufnahme ist nur eines von mehreren Bildern, die auf dieser Waldtour entstanden sind.
Wer tiefer in diese verborgenen Lichtmomente eintauchen möchte, kann die ganze Serie in meinem Video erleben, in dem sie für einen Augenblick sichtbar werden.
Zwischen grauen Fassaden, kaltem Asphalt und vorbeieilenden Menschen leuchtet dieses Herz. Ein kleines Zeichen inmitten der Stadt, still und unbeirrbar.
Auf dem Herz steht der Satz „Doch das Größte ist die Liebe“, eine Zeile, die ursprünglich aus der Bibel stammt, aber hier, in dieser Umgebung, eine neue, menschliche Wahrheit bekommt.
Die Bearbeitung des Bildes ist bewusst reduziert. Alles, was ablenkt, tritt zurück. Farbe, Bewegung, Lärm- sie verschwinden, bis nur noch das bleibt, was Bedeutung trägt.
Das Rot des Herzens. Das Symbol für Wärme inmitten der Kälte.
Ich wollte mit dieser Reduktion genau darauf aufmerksam machen: Wie leicht das Wesentliche im Alltag übersehen wird und wie stark es wirkt, wenn es sich zeigt.
Dieses Herz steht dort nicht zufällig. Es ist wie ein stiller Protest gegen Gleichgültigkeit, ein leuchtendes Zeichen im Grau der Stadt.
Und vielleicht erinnert es genau daran, was wir zu oft vergessen:
Über allem steht die Liebe.
Der Sonntagmorgen begann still. Kein Laut, kein Wind, nur das sanfte Licht über den Bergen. Ich war früh unterwegs, die Sonne stand tief und spiegelte sich etwas auf der Oberfläche des Sees. Die Luft war mild, ungewöhnlich weich für diese Zeit und alles lag in einer ruhigen, fast träumerischen Stimmung.
Ich saß am Ufer, trank meinen Kaffe und aß ein kleines Frühstück, während der Tag langsam Form annahm. Es war dieser Moment, in dem der Herbst sich verabschiedet, aber der Winter noch zögert. Die Farben verblassen, das Licht wird klarer, und die Landschaft wirkt, als würde sie den Atem anhalten, bevor etwas Neues beginnt. Die Umgebung war menschenleer. Nur das Rauschen eines entfernten Baches und das leise Plätschern am Ufer begleiteten den Morgen. Nichts drängte, nichts forderte. Es war, als würde die Natur sich einen Augenblick der Ruhe gönnen.
Als “norwegischer Berliner” sehne ich mich oft genau nach solchen Momenten.
Diese Touren in die einsame, offene Natur sind seit fast 25 Jahren eine stille, aber tiefgreifende Bereicherung in meinem Leben.
Sie schenken mir nicht nur Bilder, sondern auch Klarheit, Erdung und das Gefühl, angekommen zu sein.
Ich liebe diese Zwischenzeiten. Wenn das Jahr sich wandelt, ohne sich festzulegen. Wenn der Himmel noch warm wirkt, obwohl der Schnee schon auf den Bergen liegt. In solchen Momenten wird das Sehen langsamer, das Denken klarer.
Solche Tage erinnern mich daran, warum ich hinausgehe. Nicht um das Spektakuläre zu finden, sondern das Einfache.
Ein stiller See, sanftes Licht, das Gefühl von Zeitlosigkeit und der Gedanke, dass der Übergang oft der schönste Zustand von allen ist.
Wie dieses Bild und viel andere entstanden sind, zeige ich an dieser Stelle in einem kurze Video.
Der Herbst zieht sich zurück. Das Licht wird sanfter, die Luft klarer, und auf den Wegen liegt der feuchte Geruch von Erde und Laub. Es war früher Morgen, der Himmel noch bleich, und der Wald lag still, als würde er den Atem anhalten.
Ich stand auf diesem Weg, umgeben von Bäumen, deren Blätter nur noch in einzelnen Farbtönen leuchteten. Die Sonne hatte gerade begonnen, durch die Zweige zu dringen, und ihr Licht legte sich wie ein goldener Schleier auf den Boden. Nichts bewegte sich, kein Laut, kein Wind, nur dieses leise Erwachen der Welt.
Am Ende des Herbstes verliert die Landschaft ihre Farben, aber nicht ihre Schönheit.
Sie wirkt reifer, ruhiger, ehrlicher. Alles Überflüssige ist verschwunden. Was bleibt, ist Struktur, Form, Licht. Es ist, als würde die Natur sich auf das Wesentliche besinnen.
Ich liebe diese frühen Stunden, wenn der Tag noch zögert.
Man spürt den Übergang, vom Dunkel ins Licht, vom Herbst zum Winter. Es ist ein stilles Gleichgewicht, in dem man die Vergänglichkeit nicht fürchtet, sondern annimmt.
Dieses Bild entstand auf einer meiner letzten Fototouren des Jahres.
Kein spektakulärer Ort, kein dramatisches Wetter. Nur ein Morgen im leisen Licht, ein Weg durch den Wald, ein Moment der Ruhe. Vielleicht gerade deshalb einer jener Augenblicke, die bleiben.
Der Herbst hat eine besondere Art, die Wahrheit zu zeigen. Er nimmt nichts weg, er deckt nur auf. Wenn das Licht flacher wird und die Farben sich zurückziehen, bleibt sichtbar, was sonst verborgen liegt, die Spuren des Lebens, das Vergehen, der Wandel.
Dieses Bild entstand während meiner letzten Fototour im Wald.
Ich wollte die stille Seite des Herbstes zeigen, den Moment, in dem Leben und Vergänglichkeit sich begegnen. Zwischen feuchtem Laub und dunkler Erde fand ich Formen, die wie Fragmente einer Geschichte wirkten. Es sind Spuren, die erzählen. Nicht laut, nicht grausam, sondern leise und echt.
Was einst Bewegung war, ist nun Struktur. Das, was bleibt, ist nicht Tod, sondern Übergang. Der Kreislauf der Natur zeigt sich hier ohne Schminke, ohne Symbolik. Einfach so, wie er ist. Und gerade in dieser Nüchternheit liegt eine eigentümliche Melancholie.
Ich empfinde keine Dunkelheit in solchen Motiven. Eher etwas Beruhigendes. Einen stillen Respekt vor dem, was war und vor dem, was daraus wieder entsteht. Denn nichts verschwindet wirklich. Alles geht über in etwas Neues, in anderes Leben, in Erde, in Licht.
Diese Bilder sind nicht für die, die schnelle Schönheit suchen. Sie sind für jene, die hinschauen. Für jene, die wissen, dass selbst im Vergehen eine tiefe, stille Würde liegt.
Das Video zu dieser Fotoserie findet ihr hier.










