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Wenn der Tag zur Ruhe kommt

Berg im Winterlicht am Nachmittag, schneebedeckte Spitzen und ruhige Atmosphäre im Winteranfang.

Es gibt Tage, an denen sich die Landschaft verwandelt, ohne ein Geräusch. Dieses Bild entstand an einem solchen Nachmittag. Winteranfang, klare Luft und das warme Licht der späten Stunde. Von weitem sah der Berg schon kalt aus, fast unnahbar. Doch mit 400 Millimeter rückte er plötzlich nah heran, als würde er für einen Moment erzählen wollen.

Die Vorweihnachtszeit läuft bereits auf vollen Touren. Viele Wege, viel zu tun, die Tage fühlen sich eng an. Zeit zum Fotografieren zu finden, ist selten geworden. Und gerade in dieser Jahreszeit wird das Licht knapp, denn im Winter zeigt sich die Sonne nur für kurze Zeit. Man muss wach sein, wenn sie kommt, denn sie bleibt nicht lang.

Doch genau in diesen wenigen Minuten geschieht oft das Besondere. Die Sonne stand schon tief, ihr Licht berührte nur noch die höchsten Schneespitzen. Wie ein leiser Abschiedsgruß vor der Nacht. Der Schnee nahm das Licht auf und gab es sanft zurück, als wolle er sagen, der Winter ist da, aber er kommt mit Ruhe.

Solche Momente dauern nicht lang, aber sie hinterlassen Spuren. Vielleicht spürt man darin, dass Stille sichtbar werden kann. Vielleicht ist es die Ahnung, dass ein neuer Abschnitt beginnt.

Was auch immer es war, für einen Augenblick kam der Tag zur Ruhe. Und der Berg sprach ganz ohne Worte.

13 Gedanken on Wenn der Tag zur Ruhe kommt

    • Was für schöne Worte, Daniela, vielen Dank!
      Genau diese Sehnsucht kenne ich gut. Oft braucht es nur einen bestimmten Lichteinfall, und plötzlich wird alles still und weit. Diese kurzen Momente fühlen sich an, als würde die Natur ein Geheimnis andeuten… und man darf für einen Augenblick lauschen.
      Ich freue mich sehr, wenn das Bild in dir so etwas auslösen konnte. Vielleicht liegt genau darin die Kraft der Fotografie.
      Liebe Grüße zurück
      Dirk

      • Ja, genau… „Man darf für einen Blick lauschen“. Was für ein unfassbares Geschenk. Ich weiß nicht ob diese Kraft immer in der Fotografie zu finden ist. Auf jeden Fall findet sie sich in Deinen Bildern und vermutlich findet sie sich in allem was Menschen tun, dann wenn sie voll und ganz mit sich selbst verbunden sind. Wunderbar, daran teilhaben zu dürfen.

        Ganz liebe Grüße zurück und einen guten Start in den Tag
        Daniela

        • Das hast du unglaublich schön formuliert, Daniela.
          Ich glaube auch, dass diese Kraft nicht ausschließlich in der Fotografie liegt, sondern in dem Moment, in dem man wirklich bei sich ist und etwas ohne Eile, ohne Erwartungen tut. Dann entsteht etwas, das tiefer wirkt, egal ob es ein Bild ist, ein Wort, eine Geste oder einfach ein stiller Augenblick.
          Ganz liebe Grüße zurück!
          Dirk

  1. Eine wunderbare Stimmung, die du sehr sehr fein beschreibst und eingefangen hast!
    Schade, dass sich die Menschen so hetzen lassen und dem Kaufzwang nachjagen. (Für mich gilt dies glücklicherweise nicht)
    Genießen wir jeden Moment, sei er noch so kurz, in dem die Natur uns etwas mit auf den Weg gibt. Auch auf dem Weg zur und von der Arbeit, nehme ich jede Gelegenheit war.
    Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, die dir die grandiose Natur dort bietet, lieber Dirk.

    Liebe Grüße,
    aus der ruhigen Kemenate,
    SyntaxiaSophie

    • Ach, das tut gut zu lesen. Danke dir, liebe Sophie.
      Genau das ist es, was ich mir immer wieder sage: Die Natur rennt nicht davon, sie ruft nur leise. Und wer sich nicht hetzen lässt, hört sie auch.
      Ich merke oft, wie diese kleinen Momente, selbst auf dem Weg zur Arbeit, wie du schreibst, stärker wirken als jeder perfekt geplante Ausflug. Ein Windhauch, ein Schattenwechsel, ein Blick durchs Seitenfenster… und plötzlich ist da dieser innere Stopp-Knopf. Genau diese Augenblicke versuche ich festzuhalten, weil sie mich erden.
      Zum Glück spüre auch ich keinen Kaufdruck mehr. Lieber innehalten als besitzen. Lieber sehen als jagen. Auch wenn die Tage kurz sind… die Natur flüstert trotzdem, manchmal sogar genau dann am lautesten.

      Liebe Grüße und ein stilles Nicken zurück in deine ruhige Kemenate
      Dirk

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