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Die Geduld des Winters

Ein gefrorener Wasserfall in einer schattigen Schlucht. Das Eis hat das fallende Wasser in eine massive, blaue Struktur verwandelt. Schnee bedeckt den Boden, dunkle Felsen rahmen die Szene. Die Atmosphäre wirkt still und zeitlos – als würde der Winter den Atem anhalten.

Es ist eisig hier. Der Wasserfall, der sonst laut spricht, ist verstummt. Gefroren in Bewegung, eingefroren im Fallen als hätte jemand die Zeit selbst angehalten.

Das Eis liegt schwer und blau im Schatten. Schicht über Schicht hat sich das Wasser gesammelt, bis aus Fließen Form wurde. Keine Gischt, kein Rauschen, kein Tropfen. Nur Stille.
Der Schnee im Vordergrund wirkt unberührt, fast scheu. Die Felsen rahmen die Szene wie dunkle Wächter. Und mittendrin steht dieser gefrorene Vorhang aus Eis. Kraftvoll und gleichzeitig zerbrechlich.

Aber weißt du, was dieses Bild für mich wirklich erzählt?

Nicht den Winter. Sondern das Warten.

Unter dem Eis ist noch Bewegung. Unter der harten Oberfläche arbeitet das Wasser weiter. Man sieht es nicht aber es ist da. Geduldig. Unaufhaltsam.

Es ist diese stille Vorfreude auf das, was kommt. Auf das erste Tropfen. Auf das erste leise Knacken im Eis. Auf den Moment, in dem der Wasserfall wieder spricht.

Der Frühling kündigt sich hier nicht mit Farben an. Nicht mit Blüten oder Licht.
Sondern mit einem Versprechen.
Dass nichts für immer stillsteht. Dass selbst im tiefsten Frost Veränderung beginnt.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich solche Orte suche. Weil sie mich daran erinnern, dass Stille kein Ende ist.

Sondern eine Pause.

8 Gedanken on Die Geduld des Winters

    • Vielen Dank für deine Worte. Genau dieses Verharren wollte ich zeigen. Der Winter wirkt wie Stillstand, aber in Wahrheit ist es ein stilles Warten auf das, was kommt. Vielen Dank und einen schönen Start in die neue Woche!

  1. Wie schön du das in Worte kleidest! Ja, es ist gewiss ein anderer Frühling. Und man muss lauschen, um ihn wahrzunehmen. Es ist faszinierend dem Eis zuzuhören, wenn es vom Frühling singt. In einem zugefrorenen See z.B.
    Bei dem Bild und seinem Titel wird man aufgefordert die Stille zu sehen. Sie zeigt, dass nichts fehlt. Das Bild spricht für sich und für den Winter.

    Für dieses Bild hast du viel getan und hast dem Eis vertraut! Chapeau!

    Liebe Grüße,
    SyntaxiaSophie

    • Hallo Sophie! Vielen Dank für deine wunderbaren Worte. Dein Gedanke vom Eis, das vom Frühling singt, gefällt mir sehr. Genau dieses leise Versprechen wollte ich zeigen.
      Es freut mich, dass du die Stille darin wahrgenommen hast. Manchmal fehlt wirklich nichts. Man muss nur stehen bleiben und zuhören.
      Herzliche Grüße

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