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Im Zenit

Nordlicht im Zenit direkt über dem Betrachter. Farbige Lichtbahnen aus Grün und Violett fallen wie eine Lichtdusche vom Nachthimmel herab.

Es gab dieses Licht in weiten Teilen Europas. Viele sahen es nur am Horizont, als fernen Schimmer, als Ahnung. Ein Versprechen am Rand des Blickfeldes.

Hier war es anders.

Das Nordlicht stand, wie so oft, im Zenit. Nicht vor mir, nicht am Rand des Himmels sondern über mir.
Es fiel herab wie ein leiser Regen aus Farbe und Bewegung, als würde der Himmel selbst atmen. Grün, Violett, Lichtbahnen, die sich öffneten und wieder schlossen.
Eine Nordlichtdusche, still und überwältigend zugleich.

In solchen Momenten verliert der Raum seine Richtung. Oben und unten lösen sich auf.
Man steht nicht mehr unter dem Himmel, man steht in ihm. Das Licht kommt nicht aus der Ferne, es ist da. Um einen herum. Gegenwärtig.

Es ist schwer, diesen Augenblick festzuhalten. Nicht technisch, sondern innerlich.
Denn wenn das Nordlicht im Zenit steht, fühlt es sich weniger wie ein Schauspiel an, sondern wie eine Begegnung.

Ein kurzer Moment, in dem der Himmel näher ist als sonst. In dem man nichts tun muss, außer still zu sein und hinzusehen.

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