Wenn das Licht entscheidet

Verwittertes Treibholz zwischen dunklen Steinen vor einem Bergsee und sonnenbeschienenen Berghängen

FOTOPROJEKT · DER WEG ZUM BILD

Die Fotospots an diesem Bergsee habe ich schon sehr oft besucht. Ich kenne die Wege am Ufer, die Blickrichtungen und manche kleine Stelle zwischen den Steinen. Trotzdem entstehen hier nicht immer dieselben Bilder. An diesem Herbsttag lagen Teile des Ufers schon im Schatten, während einzelne Berghänge noch im warmen Licht leuchteten. Dazu kam der Wind, der dem See jede Ruhe nahm.

Die Wasseroberfläche blieb in Bewegung. An manchen Stellen wollte ich diese Unruhe im Bild lassen, an anderen habe ich sie durch längere Belichtungszeiten beruhigt. So entstanden unterschiedliche Ansichten desselben Ortes: mal weit und offen, mal ganz nah an Holz, Stein und Zweigen.

Wenn das Licht über die Hänge wandert

Das Licht wechselte zwischen hellen Bergrücken und dunklen Tälern. Aus einer unscheinbaren Felswand wurde für wenige Minuten das wichtigste Motiv, während andere Teile der Landschaft im Schatten verschwanden. Ich musste immer wieder neu entscheiden, wohin ich die Kamera richte. Der See gab mir keine fertigen Kompositionen vor.

Das Video zum Fotoprojekt

Im Video nehme ich dich mit an einen Bergsee, den ich schon oft fotografiert habe, und zeige, wie Wind, Licht und meine Entscheidungen vor Ort die Aufnahmen geprägt haben.

Die fotografischen Herausforderungen

Ein Bergsee in Bewegung

Wind auf dem Wasser machte die erhofften klaren Spiegelungen schwierig. Ich nutzte deshalb unterschiedliche Belichtungszeiten: kurze, um die Oberfläche lebendig zu lassen, und längere, um ihre Bewegung zu glätten. Beides erzählt etwas anderes über denselben See.

Licht und Schatten zusammenbringen

Die sonnenbeschienenen Berge waren deutlich heller als das Ufer. Mich interessierten gerade diese großen dunklen Flächen. Die hellen Hänge sollten führen, ohne dass Schatten und Stein ihre Zeichnung verlieren. Nicht jeder Teil des Bildes muss gleich viel Aufmerksamkeit bekommen.

Den Vordergrund ernst nehmen

Ein verwitterter Stamm, ein alter Metallhaken, die Äste einer Kiefer: Dinge, die vor dieser gewaltigen Kulisse leicht übersehen werden. Für einige Bilder habe ich sie bewusst zum Ausgangspunkt gemacht. In einem Foto liegt die Schärfe sogar auf dem Baum, während die Berge dahinter weich bleiben.

Die Bilder des Projekts

Acht Fotografien von einem Bergsee im Herbst. Sie zeigen vertraute Fotospots in neuem Licht, zwischen Wind und Stille, weiten Landschaften und den kleinen Dingen direkt am Ufer.

Weitere Fotoprojekte

Wenn dich die ruhigen Wasserflächen interessieren, findest du im Projekt Stiller Bergsee einen ganz anderen Blick auf die Landschaft.

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