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Der zweite Blick

Schwarzweißes FineArt Bild eines massiven Berges vor einer offenen, ruhigen Landschaft.

Es gibt Bilder, die man erst später versteht. Nicht, weil sie beim ersten Mal verborgen waren. Eher, weil man selbst noch mit einem anderen Blick auf sie geschaut hat. Dieses Bild gehört für mich dazu.

Ein Berg. Eine offene Fläche. Ein ruhiger Himmel. Eigentlich ist nicht viel zu sehen. Und vielleicht liegt genau darin die Kraft.

Früher hätte ich wahrscheinlich nach mehr gesucht. Mehr Licht, mehr Stimmung, mehr Ereignis. Heute interessiert mich an diesem Bild gerade das Gegenteil. Die Stille. Die Schwere. Die einfache Form. Der Berg wirkt nicht spektakulär. Er wirkt standhaft. Fast verschlossen. Die leere Fläche davor macht ihn nicht kleiner, sondern größer. Sie gibt ihm Raum. Sie lässt ihn stehen.

In Schwarzweiß verliert der Ort etwas Dokumentarisches. Es geht weniger darum, wo dieses Bild entstanden ist. Es geht mehr darum, wie es sich anfühlt. Um Gewicht, Abstand und Ruhe.

Vielleicht ist das der eigentliche Wert alter Bilder. Sie zeigen nicht nur, was man damals fotografiert hat. Sie zeigen auch, wie sich der eigene Blick verändert.

Manchmal braucht ein Foto Zeit und manchmal braucht man selbst Zeit, um es zu sehen.

8 Gedanken on Der zweite Blick

    • Vielen Dank, Horst!
      Genau das meinte ich im Beitrag. Mit etwas Abstand verändert sich der Blick auf die eigenen Bilder oft erstaunlich stark.
      Viele Grüße
      Dirk

    • Guten Morgen, James!
      Jetzt, wo du es schreibst, sehe ich ihn auch. Vielleicht war dort irgendwo tatsächlich ein Troll oder ein schlafender Riese verborgen
      Genau solche zweiten Blicke machen Fotografie für mich so spannend.
      Viele Grüße
      Dirk

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