Als ich dieses Bild auf den Lofoten aufgenommen habe, war ich zunächst unsicher. Die Aufnahme wirkte hell. Fast zu hell. Die Stimmung dieses besonderen Abends schien im Bild kaum sichtbar zu sein.
Dabei war sie vor Ort deutlich spürbar.
Es war Mitternacht. Das Meer lag ruhig unter den Klippen. Die Sonne selbst war längst aus meinem Blickfeld verschwunden. Ihr Licht blieb. Es lag auf den Felsen, auf dem Wasser und in den Schatten der Landschaft. Ein Licht, das sich jeder normalen Tageszeit entzieht.
Erst während der Bildbearbeitung begann sich die Aufnahme zu verändern.
Mit jedem Schritt kamen Strukturen zurück.
Die Felsen gewannen an Tiefe. Das Meer bekam Gewicht. Und langsam erschien genau die Stimmung, an die ich mich erinnerte.
Dabei entstand eine interessante Erkenntnis. Helligkeit allein erzeugt kein Licht. Erst die Schatten machen es sichtbar.
Erst dort, wo Licht auf Dunkelheit trifft, entsteht Wirkung.
Vielleicht fasziniert mich genau deshalb die Fotografie bis heute.
Ein Bild zeigt selten nur das, was vor der Kamera stand. Es trägt auch etwas von dem in sich, was man empfunden hat.
Manchmal wird das bereits beim Auslösen sichtbar. Manchmal wartet es bis zur Bildbearbeitung.
An diesem Abend wartete es.
Und am Ende war es genau dieses Licht, das geblieben ist.


Ein schönes Bild. Sehr wahr; “erst dort, wo Licht auf Dunkelheit trifft, entsteht Wirkung.”
Vielen Dank für deinen schönen Kommentar! Für mich entsteht die eigentliche Stimmung eines Bildes oft genau in diesem Zusammenspiel. Erst durch die dunklen Bereiche bekommt das Licht wirklich Gewicht.
Großartig, lieber Dirk!!‘. Ich bin sehr berührt von der Stimmung des Bildes, aber auch von der Aussagekraft des dazugehörigen Textes. Ja, die Dunkelheit ist es, welche das Licht definiert, welche es oftmals erst wirklich zutage treten lässt. Ich glaube, dass wir die Ganzheit im Außen nur dann zu erkennen vermögen, wenn wir in der Lage sind die Gegensätzlichkeit auch in unserem Inneren wahrzunehmen. Schön daran erinnert zu werden, in Wort und Bild!!!
Herzliche Grüße
Daniela
Liebe Daniela, vielen Dank für deine berührenden Worte! Du hast sehr schön beschrieben, was ich mit dem Bild und dem Text ausdrücken wollte. Licht und Dunkelheit gehören zusammen. Im Bild genauso wie in uns selbst. Vielleicht entsteht gerade durch dieses Zusammenspiel ein tieferes Verständnis für das Ganze. Es freut mich sehr, dass dich der Beitrag erreicht und zum Nachdenken angeregt hat.
Herzliche Grüße
Dirk
Such a beautiful sight! If only those rocks could speak to us, imagine the stories they could tell us! Stories of the eons of time they have sat and watched pass by.
Thank you so much, John! I had a very similar thought while looking at them. These rocks seem like silent witnesses to an almost unimaginable amount of time. Just imagine all the changes, storms and stories they have experienced over the ages.
Ich finde dieAufnahme fantastisch!
Vielen Dank! Es freut mich sehr, dass dir die Aufnahme so gut gefällt!
Toll ausgearbeitet.
Freut mich, Horst! Vielen Dank für deinen Kommentar!