Es gibt Landschaften, in denen Berge und Meer weit voneinander entfernt liegen.
Hier nicht.
Berge und Atlantik liegen in Norwegen an manchen Orten so dicht beieinander, dass kaum noch eine Grenze zwischen ihnen zu erkennen ist. Dunkles Wasser trifft unmittelbar auf schroffen Fels. Steile Berghänge steigen scheinbar direkt aus dem Meer auf, während darüber ein schwerer Himmel liegt.
Gerade diese Nähe macht solche Küstenlandschaften für mich so faszinierend.
Der Atlantik wirkt offen, tief und beinahe grenzenlos. Die Berge dagegen stehen fest und schwer in der Landschaft. Zwei vollkommen unterschiedliche Welten treffen hier unmittelbar aufeinander.
Doch sie existieren nicht unabhängig voneinander.
Wind zieht über das offene Wasser und trifft auf die Berghänge. Wolken bleiben zwischen den Gipfeln hängen. Das Meer formt die Küste, während sich das Licht innerhalb weniger Minuten verändern kann.
An diesem Tag wirkte die Landschaft besonders dramatisch. Das Wasser war dunkel. Die Berge lagen schwer unter den Wolken und nur am Horizont öffnete sich der Himmel ein wenig. Es war genug Licht, um einzelne Strukturen in den Bergen sichtbar werden zu lassen, während andere Bereiche fast vollständig im Schatten verschwanden.
Genau solche Bedingungen mag ich beim Fotografieren.
Eine Landschaft muss für mich nicht vollständig sichtbar sein. Gerade das, was sich im Dunkel verliert oder nur erahnen lässt, kann einem Bild seine Tiefe geben.
Diese Art von Landschaft beschäftigt mich schon länger. In meinem Beitrag „Karge Landschaften – Reduktion als fotografische Kraft“ schreibe ich darüber, warum gerade schroffe und reduzierte Landschaften fotografisch so viel Ausdruck besitzen.
Manchmal wirkt es an solchen Orten, als würde der Atlantik immer weiter in das Land hineindrängen, während die Berge ihm schweigend entgegentreten.
Vielleicht ist das nur eine Vorstellung. Aber wenn man dort steht und diese gewaltige Berglandschaft an der norwegischen Küste vor sich sieht, entsteht schnell das Gefühl, an einer Grenze zu stehen.
Auf der einen Seite das offene Meer.
Auf der anderen der Fels.
Und dazwischen nur dieser schmale Moment, in dem sich beide Welten berühren.


Lieber Dirk,
ein wirklich toll ausgearbeitetes Bild, das mich sofort anspricht. Es verdichtet vieles von dem was ich mit norwegens Küstenlandschaft verbinde.
Liebe Grüße, Horst
Hallo Horst, vielen Dank für deinen kommentar. Es freut mich sehr, dass dich das Bild sofort angesprochen hat. Genau dieses Verdichten der Küstenlandschaft war mir wichtig: Berge, Atlantik, Licht und diese raue Stille, die für Norwegen so typisch ist.
Viele Grüße
Dirk
Hallo Dirk,
das ist wieder ein sehr schönes Foto. Wo genau hast du das aufgenommen?
Hallo Nadine, vielen Dank für deinen Kommentar. Den Fotospot findest du hier: https://picturesofnorway.com/fotospots/ . Da findest du alle Spots von den Bildern die sich hier im Journal befinden. Viele Grüße!
Schönes Bild. Wir haben eine ähnliche Geographie entlang unserer Pazifikküste (Kanada). Tschüss.
Vielen Dank. Das kann ich mir gut vorstellen. Diese Verbindung aus Bergen, Küste und Meer hat sicher auch an der Pazifikküste Kanadas eine ganz besondere Kraft. Solche Landschaften sprechen irgendwie dieselbe Sprache. Viele Grüße !
Such a beautiful photo, Dirk!! Your thoughts match perfectly the beauty I see. Your photography is always beautiful!
Thank you so much, John. Your kind words mean a lot to me. I’m really glad that both the photo and my thoughts reached you in that way.
Die Fotos hinterlassen immer so einen tiefen Eindruck.
Danke
Vielen Dank. Das bedeutet mir sehr viel. Wenn ein Foto nicht nur kurz angeschaut wird, sondern etwas nachwirkt, dann ist für mich eigentlich schon viel erreicht.
Herzliche Grüße
Dirk