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Die Saison beginnt im Kopf

Ruhige Abendstimmung über einem Fjord mit Bergen und Spiegelung im Wasser während einer hellen nordischen Sommernacht.

Noch ist es ruhig. Die große Fotosaison hat noch nicht begonnen, doch die Gedanken sind längst unterwegs.

Ich stecke mitten in den Vorbereitungen. Karten werden studiert, neue Fotospots gesucht, alte Notizen wieder hervorgeholt. Arbeitskollegen geben Tipps, Freunde und Bekannte erzählen von Orten, die man sonst vielleicht nie finden würde. So wächst langsam eine Liste von Plätzen im ganzen Land. Von der rauen Küste im Süden bis zu den weiten Landschaften im Norden.

Dabei geht es nicht nur um das Wetter. Dafür ist es ohnehin noch zu früh. Vieles lässt sich Wochen oder Monate im Voraus kaum vorhersagen. Die Vorbereitung besteht aus anderen Dingen. Wie erreicht man einen bestimmten Spot? Wie lange dauert der Weg dorthin? Wie stehen die Gezeiten an der Küste? Wo wird die Sonne aufgehen, und wo wird sie wieder verschwinden?

Auch ganz praktische Dinge spielen eine Rolle.
In Norwegen führen viele Wege über das Wasser. Fähren gehören zum Alltag, und ihre Abfahrtszeiten entscheiden oft darüber, ob man einen Ort überhaupt erreichen kann. Manche Plätze lassen sich nur über solche Verbindungen erreichen.

Und manchmal reicht selbst das nicht.
Es gibt Spots, zu denen kein öffentlicher Weg führt. Dann ist man auf die Hilfe der Menschen vor Ort angewiesen. Fischer, Bauern oder Bewohner der Gegend, die bereit sind, jemanden mitzunehmen oder den Zugang zu einem Ort zu ermöglichen. Auch solche Kontakte gehören zur Vorbereitung und müssen oft lange im Voraus geklärt werden.

Doch eigentlich geht es nicht nur um Orte und Planung.

Es geht um diese besonderen Momente draußen in der Natur. Helle Nächte, in denen die Sonne kaum untergeht. Die raue Küste, wenn Wind und Wellen gegen die Felsen schlagen.
Schroffe Bergwelten, stille Fjorde und Tage, an denen ein Sturm plötzlich alles verändert.

Dieses Bild entstand an einem solchen Abend.
Eine dieser hellen Nächte, in denen das Licht lange über der Landschaft bleibt. Die Berge stehen ruhig, der See liegt still da und der Himmel spiegelt sich im Wasser.

In solchen Augenblicken wird alles langsamer. Man steht einfach da, schaut in die Landschaft und merkt, warum man immer wieder hinausgeht.

Vielleicht ist genau das die größte Vorfreude. Nicht nur auf neue Bilder, sondern auf all die stillen Momente da draußen.

Denn die kommende Fotosaison beginnt nicht erst mit der ersten Aufnahme.
Sie beginnt lange vorher.
Mit Gedanken an Licht, Landschaft und Zeit in der Natur.

7 Gedanken on Die Saison beginnt im Kopf

  1. Chapeau! Was du alles auf dich nimmst für deine Bilder!
    Mit einer solchen Vorbereitung geht man auch nicht nur “Knipsen”. Da hast du einmal die Motive und dann das Erleben vor Ort und unterwegs!
    Ich glaube, dass die Natur uns hinsehen und spüren lässt ohne, dass wir uns vorher bewusst sind was auf uns zukommt.
    Dadurch werden deine Touren reich sein, nicht nur der Bilder wegen.
    Auf die freue ich mich auch schon vor!
    Hast du seit Weihnachten vielleicht eine Drohne im Einsatz bei den Videos? Wollte ich dich längst gefragt haben.

    Liebe Grüße,
    SyntaxiaSophie

    P.S.: Seit einiger Zeit werden meine Kommentare seltsam formatiert angezeigt. Leerzeichen verschwinden in der Ansicht später so als hätte ich alles hintereinander geschrieben ohne Zeilenumbruch.

    • Hallo Sophie! Vielen Dank für deine Zeilen. Genau so erlebe ich diese Touren auch. Die Bilder sind am Ende nur ein Teil davon. Das Unterwegssein, das Beobachten und das, was man unterwegs entdeckt, gehört genauso dazu.
      Und ja, du hast richtig vermutet. Seit einiger Zeit ist tatsächlich auch eine Drohne mit dabei. Sie eröffnet noch einmal eine ganz andere Perspektive auf Landschaft und Licht.
      Ich bin selbst gespannt, welche Möglichkeiten sich damit in den kommenden Videos ergeben.
      Herzliche Grüße
      Dirk

    • Vielen Dank für deinen Kommentar. Die Steine im Vordergrund haben tatsächlich die Blickrichtung vorgegeben. Die Kiefer links war für mich ein schöner Gegenpol im Bild. Ich wünsche einen angenehmen Abend!

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