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Fragmente des Waldes

Von Sonnenlicht beleuchteter Baumstamm in dunklem Wald, FineArt-Fotografie aus dem Projekt Fragmente des Waldes.

An diesem Morgen bin ich ohne konkretes Motiv in den Wald gegangen. Ich wollte Licht suchen. Die Sonne stand noch tief und schickte ihre ersten Strahlen zwischen die Bäume. Überall entstanden kleine helle Flecken. Manche verschwanden nach wenigen Sekunden wieder. Andere wanderten langsam über den Waldboden, über Moos, Rinde und Äste.
Im Laufe der Tour entstanden mehrere Bilder

Kleine Fragmente. Kurze Begegnungen zwischen Licht und Dunkelheit.

Gleichzeitig entstand ein Video. Ich wollte nicht nur die fertigen Bilder zeigen, sondern auch den Weg dorthin. Die Suche. Das Beobachten. Die Entscheidungen vor dem Auslösen. Denn genau dort beginnt für mich die eigentliche Fotografie.

Dieses Bild gehört zu diesen Momenten.
Auf den ersten Blick zeigt es nicht viel. Einen Baumstamm. Einen schmalen Lichtstreifen. Dazwischen fast nur Schwarz.
Wer den Wald an diesem Morgen gesehen hätte, hätte allerdings etwas ganz anderes erlebt. Der Wald war voller Details. Voller Farben. Voller Formen. Genau darin lag die eigentliche fotografische Arbeit.

Nicht darin, etwas hinzuzufügen. Sondern darin, etwas verschwinden zu lassen.

Fotografiert habe ich das Bild mit einem 100-mm-Objektiv. Eine Brennweite, die mir genügend Abstand zum Motiv gibt und gleichzeitig hilft, den Blick zu konzentrieren. Der entscheidende Schritt war jedoch die Belichtung.
Durch bewusstes Abblenden und die Wahl der Belichtung konnte ich große Teile des Waldes im Dunklen verschwinden lassen. Was vor Ort noch sichtbar war, wurde im Bild zu Raum. Zu Stille. Zu Dunkelheit.
Übrig blieben nur die Elemente, die für das Bild wichtig waren.
Der Stamm. Der Lichtstreifen. Die Spannung zwischen beiden.

Genau das fasziniert mich an der FineArt-Fotografie.

Die Welt wird nicht größer. Sie wird kleiner, reduzierter, klarer.
Man zeigt nicht alles, was da war. Man zeigt nur das, was bleiben soll.
Vielleicht sind es genau deshalb Fragmente des Waldes. Keine vollständige Beschreibung eines Ortes. Nur einzelne Augenblicke, die für einen Moment aus dem Dunkel hervorgetreten sind.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Projekt für mich noch nicht abgeschlossen ist.

Dieser Morgen war nur der Anfang. Weitere Bilder werden folgen. Weitere Fragmente. Weitere Begegnungen mit Licht, Schatten und den kleinen Dingen, die man leicht übersieht.

Deshalb entsteht aus diesen Bildern nach und nach auch ein eigenes Projekt auf meiner Website, in dem ich weitere Arbeiten, Gedanken und Beobachtungen sammeln werde. Und auch die Kamera lief an diesem Morgen mit.

Denn manchmal erzählt nicht nur das fertige Bild eine Geschichte, sondern auch der Weg dorthin. Die Suche. Das Beobachten. Das Warten auf einen einzigen Lichtfleck zwischen den Bäumen.

Vielleicht sind genau dort die Momente zu finden, in denen Bilder entstehen.

4 Gedanken on Fragmente des Waldes

    • Thank you, John. I have to admit, the forest feels very different before daylight, but that is also part of what draws me there. And you are absolutely right, light and dark are at the heart of photography.

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