Es war eisig kalt. Minus siebzehn Grad, seit Wochen schon. Eine lange Kälteperiode, in der die Eiskristalle Zeit hatten zu wachsen.
Diese feinen Strukturen entstehen nicht zufällig. Schicht für Schicht, still und unbeobachtet. Die Kälte formt, was später sichtbar wird.
Die kurze Waldtour führte leicht bergauf, abseits der Wege. Dort, wo das Licht gedämpft ist und die Ruhe bleibt, fand ich diese Kristalle.
Im Bild wirken sie wie kleine Bauwerke aus Licht. Kantig und zugleich zerbrechlich. Fast wie eingefrorene Bewegung, als hätte sich etwas im Moment des Wachsens selbst angehalten. Das Eis erzählt von Ordnung, von Geduld, von Zeit, die nichts beschleunigt.
Ich arbeitete mit einer festen Brennweite. Das verlangt Nähe, Geduld und ein bewusstes Sehen. Um die Eiskristalle freizustellen, nutzte ich einen selbstgebauten schwarzen Hintergrund. Alles Überflüssige verschwindet, übrig bleibt die Form.
Zu diesem Bild, und zu vielen anderen, gibt es auch ein Video. Darin zeige ich, wie ich beim Fotografieren der Eiskristalle vorgehe und wie aus Kälte, Ruhe und Zeit diese feinen Strukturen sichtbar werden.


Wow, was für eine faszinierende Aufnahme. Danke fürs Teilen.
Dir noch ein schönes Wochenende und liebe Grüße,
Roland
Vielen Dank dir, Roland, das freut mich sehr.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!
Very beautiful! This reminds me of a scene in the movie Interstellar.
Thank you very much, John!
Interesting association. I can see why it brings Interstellar to mind.
Sehr schöne Kristallstrukturen!
Horst
Vielen Dank dir, Horst, das freut mich sehr. Ich wünsche einen schönen Sonntag!
Was die Natur da gezaubert hat ist wunderschön! Im Vorbeilaufen sieht man das nicht, aber wenn man in die Knie geht und dann noch ein Makro dabei hat. So exakt und symmetrisch, das sind tolle kleine Bauwerke. Und der Natur ist es völlig egal, ob das vergänglich ist. Sie gibt dennoch alles und wenn es nur einen Augenblick lang besteht.
Hier hat sie sich Zeit gelassen, weil sie diese hatte. Wenn ich mir nun vorstelle, es bleibt noch länger so kalt – was entsteht dann da?
Mit den Bildern zeigst du schön, warum wir der Natur in jedem Fall mit Respekt begegnen sollten. Nichts ist umsonst, auch nicht der Winter und die Kälte.
Durch den dunklen Hintergrund sind die Strukturen fein betont, so sieht man erst die filigrane Naturkunst. Wunderbar!
Liebe Grüße,
SyntaxiaSophie
Liebe Sophie! Vielen Dank dir für dieses aufmerksame, geduldige Hinsehen. Deine Worte greifen genau das auf, was mich an solchen Momenten fasziniert: dass Schönheit oft dort entsteht, wo man langsamer wird und sich wirklich einlässt.
Der Gedanke, daß die Natur ihre ganze Sorgfalt auch für etwas Vergängliches aufbringt, begleitet mich bei diesen Bildern sehr. Umso schöner, wenn der dunkle Hintergrund hilft, diese feinen Strukturen sichtbar zu machen.
Danke dir für deine Gedanken und die Wertschätzung.
Liebe Grüße
Dirk