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Wie dunkel darf ein Bild sein?

Schwarzweißaufnahme einer rauen norwegischen Berglandschaft mit hartem Fels und dramatischer Lichtstimmung - reduziertes FineArt-Fotomotiv.

Die Sonne war noch da. Tief links von mir stand sie am Himmel, kurz vor dem Verschwinden. Und doch empfand ich kein Licht. Ich war erschöpft, der Abstieg hatte begonnen, der Weg war lang, uneben, fordernd. In mir war nicht Klarheit, sondern Schwäche. Ich spürte keine Erleichterung, sondern ein leises Gefühl von Bedrohung, weil ich wusste: Das wird noch dauern. Und es wird Kraft brauchen.

Ich hätte das Bild heller machen können. Die Schatten öffnen, die Felsen deutlicher zeigen, das Licht zurückholen. Aber das wäre nicht ehrlich gewesen. Denn so fühlte es sich nicht an. Ich wollte zeigen, wie dieser Moment für mich war, nicht wie er technisch gewesen ist.

Hätte ich dieses Foto am Anfang der Bergtour gemacht, auf dem Weg nach oben, mit voller Kraft, mit Neugier und innerem Schwung, hätte ich es vermutlich heller entwickelt. Weil das Licht dann auch in mir gewesen wäre. Aber am Ende war es anders. Und so musste das Bild anders werden.

Wie dunkel darf ein Bild sein?
Dunkel genug, um ein Gefühl zu tragen. Dunkel genug, um nicht die Landschaft, sondern die Stimmung zu zeigen.

Ich ließ das Schwarz stehen. Nicht als Stilmittel, sondern als Ausdruck. Denn Fotografie ist nicht nur Technik. Sie ist Entscheidung.
Und manchmal heißt das: Das Licht war da. Aber es kam nicht an.

6 Gedanken on Wie dunkel darf ein Bild sein?

    • Ja, das hast du schön gesagt. Dieses Dunkel hat was Kraftvolles, fast Ehrfürchtiges. Und genau das macht die Landschaft so besonders. Danke für deine Morgenkaffeegrüße die gehen direkt zurück aber als Abendgrüße !

  1. Eine dennoch in sich gelungene, festgehaltene Emotion im widerspiegelnden Moment. Das ist es, was Bilder lebendig macht. Diesen Moment der Authentizität hast du sehr gut getroffen.

    • Vielen Dank für deine schönen Worte. Das freut mich sehr, dass du genau diesen Moment so wahrgenommen hast. Für mich liegt genau darin die Kraft eines Bildes, wenn etwas Echtes spürbar wird, ganz ohne Erklärung.

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