Farn fotografieren: Licht, Kameraeinstellungen und dunkle Hintergründe

Grüner Farnwedel mit fein gegliederten Blättern vor einem dunklen Waldhintergrund

Farn gehört zu den Motiven, an denen man im Wald ziemlich leicht vorbeiläuft. Er wächst schließlich fast überall. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzusehen. Gerade seine feinen Strukturen, geschwungenen Formen und unterschiedlichen Grüntöne bieten interessante Möglichkeiten für die Naturfotografie.

Mich interessieren dabei weniger ganze Farnfelder. Oft reicht mir ein einzelner Wedel, manchmal sogar nur ein kleines Fragment.

Das richtige Licht für Farnfotografie

Für meine Farnfotografie bevorzuge ich weiches, seitliches Licht. Es hebt die feinen Strukturen hervor, ohne dass die hellen Bereiche sofort ausfressen. Direktes Sonnenlicht kann dagegen schwierig sein: Die Kontraste werden schnell zu hart, und der Farn verliert seine ruhige Wirkung.

Manchmal verwende ich auch eine kleine LED-Leuchte. Damit kann ich gezielt einzelne Bereiche beleuchten und den Rest im Schatten lassen. Entscheidend ist für mich nicht, möglichst viel sichtbar zu machen. Sondern nur das, was zum Bild gehört.

Farn fotografieren: Meine Kameraeinstellungen

Für solche Aufnahmen verwende ich meistens meine Canon EOS R5 mit dem RF 100 mm Makroobjektiv. Als Ausgangspunkt eignen sich folgende Einstellungen:

  • Blende: f/4 bis f/8, abhängig von der gewünschten Schärfentiefe.
  • ISO: möglichst niedrig, bei wenig Licht entsprechend erhöhen.
  • Verschlusszeit: etwa 1/200 Sekunde oder kürzer, wenn sich der Farn im Wind bewegt.
  • Fokus: kleiner AF-Messbereich oder manueller Fokus für präzise Details.

Bei Windstille arbeite ich gern mit einem Stativ. So kann ich den Bildausschnitt in Ruhe gestalten und bei Bedarf länger belichten. Kameraeinstellungen sind dabei nur ein Anfang. Die Bewegung der Pflanze und das vorhandene Licht entscheiden mit.

Wie ein dunkler Hintergrund entsteht

Ein dunkler Hintergrund lässt den Farn besonders gut zur Geltung kommen. Dafür braucht es nicht unbedingt Photoshop.

Ich suche mir einen Wedel, der etwas Abstand zum Hintergrund hat. Dahinter sollte möglichst wenig Licht auf die Vegetation fallen. Wenn der Farn selbst heller ist als seine Umgebung, entsteht bereits bei der Aufnahme ein deutlicher Helligkeitsunterschied.

In Lightroom Classic verstärke ich diesen Unterschied bei Bedarf vorsichtig. Dabei achte ich darauf, dass die feinen Blattstrukturen erhalten bleiben. Diese bewusste Reduktion spielt auch in meinem Beitrag Die Kunst der Reduktion eine wichtige Rolle.

Weniger Farn, mehr Bild

Für mich beginnt die eigentliche Farnfotografie nicht mit der Kameraeinstellung, sondern mit der Motivwahl. Ein einzelner gebogener Wedel kann spannender sein als eine ganze Fläche voller Pflanzen. Entscheidend sind Form, Licht und der Raum um das Motiv.

Das gilt übrigens nicht nur für Farn. Im Fotoprojekt Fragmente des Waldes beschäftige ich mich mit derselben Frage: Was bleibt vom Bild, wenn ich alles Unnötige weglasse?

Manchmal braucht es dafür nur einen anderen Standpunkt. Oder die Bereitschaft, ein paar Minuten länger hinzusehen. Der Wald läuft schließlich nicht weg.

Ein Kommentar zu „Farn fotografieren: Licht, Kameraeinstellungen und dunkle Hintergründe“

  1. The Fern is a very ancient species and beautiful!

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