I used to be a city person. Berlin. Streets full of voices, sirens, parties, stress and life. Nights brighter than some days. The underground railway as a pulse, asphalt beneath my shoes, the smell of rain on hot concrete. That was my everyday life. My noise. My home.
Today, twenty-five years later, I stand on the Norwegian coast, far from the rhythm of the city, the shouting, the car horns and the constant demands. Yet sometimes, when everything falls quiet, it returns: homesickness.
Not often. It used to come more frequently, almost regularly. Now it is rare. But when it comes, it feels like an old friend appearing at the door without saying a word, simply looking at me.
That was how it felt on this day. The sea lay before me as smooth as if it had been ironed. No waves, no wind, just a flat silver surface, as though the world had forgotten to move.
The sky wore a tired blue, and I felt it returning right then: the moment when I miss Berlin.
I reached for my camera, not to distract myself, but to give that feeling a face.
At f/11, ISO 100 and a shutter speed of 30 seconds, I let the photograph breathe. I wanted to calm the movement and make the flow visible. The sea turned soft, the sky became a sheet of fabric and the coastline a contour slowly dissolving.
In the foreground lay a dark rock, worn by the water and marked by time. Immovable. Somehow familiar. It was what I sometimes feel I have become: quiet, but not empty. More composed, but not cold.
The photograph does not tell a story outright, but it carries one. A quiet story that remains.
Homesickness, for me, is not a call to return. I do not want to go back to the streets of my past. But sometimes I miss who I was there, what surrounded me: the sound of the city, the smell of its mornings, the rush between two underground stations.
Then I stand here beside this quiet sea and feel both things at once: the absence and the discovery, the past and the present. And in that tension, a picture emerges that means more than photography alone.
It is an echo. A memory. A quiet greeting to the life I once led, and a thank-you to the life I lead today.
When the sea falls silent, it brings back not only the past, but the question of who we have become since leaving.
18 responses to “Wenn das Meer schweigt – über Heimweh und das was bleibt”
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Ein echt berührender Text. Man kann es voll nachempfinden, zumindest, wenn man zu den ruhigeren Menschen gehört.
Dankeschön dafür und das wunderschöne Bild dazu!-
Vielen lieben Dank! Es freut mich sehr, dass du dich in den Gedanken wiederfinden konntest. Gerade als ruhiger Mensch spürt man solche Momente oft besonders intensiv. Schön, dass auch das Bild dazu für dich stimmig war.
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ganz wunderbar, in wort und bild.
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Vielen Dank! Das freut mich wirklich sehr! Schön, dass Wort und Bild für dich so gut zusammenpassen.
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Dem Satz, dass Heimweh kein Ruf nach Rückkehr ist, kann ich voll und ganz zustimmen.
So sehr es uns in der neue. Heimat gefällt und so sehr wir uns da auch wohl fühlen, irgendwann kommen immer Heimweh und Nostalgie auf. In manchen Momenten sind diese Gefühle flüchtiger, aber manchmal können sie ganz schön intensiv sein.-
Danke dir für deine schönen Worte. Genau so erlebe ich es auch. Heimweh kommt nicht immer mit dem Wunsch zurückzukehren, sondern eher mit einem leisen Erinnern. Und ja, manchmal trifft es einen stärker, als man erwartet.
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Ich teile ganz und gar nicht dein Bild von Berlin, also meiner 2. Heimat Über 40 % der Stadt sind grün mit Wäldern, Seen und auch Landwirtschaft, etc. Wer hier Ruhe oder Einkehr sucht, kann die in der Weite der Stadt sehr wohl gut finden. Auch Ornithologen kommen hier auf Ihre Kosten, und die wilden Tiere fühlen sich hier auch wirklich sehr wohl seien es nun Eisvögel, Füchse, Turmfalken, Honigbienen, Fledermäuse oder Wildschweine, um nur einige zu nennen. In dem Sinne viele Grüsse aus der recht grünen Havelstadt in den hohen Norden!
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Hallo!
Ich weiß, dass Berlin sehr schön und grün ist. Ich bin ja dort geboren und aufgewachsen. Allerdings bezieht sich mein Beitrag auf eine Zeit, die inzwischen über 25 Jahre zurückliegt. Damals habe ich ein ganz anderes Leben geführt. Ich hatte noch nicht einmal mit dem Fotografieren begonnen. Es ging mir in diesem Text weniger um eine objektive Beschreibung der Stadt, sondern vielmehr um das persönliche Gefühl von Heimweh und wie es sich aus heutiger Sicht anfühlt. Ich dachte, das käme im Beitrag durch, aber vielleicht war das nicht für alle so deutlich.Viele Grüße nach Berlin!
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Das ist nur die eine Seite der Medaille Berlin, denn leider wird die Stadt zusehends interessanter für mich leider Gottes, und ich lebe hier seit 1978. Dazu kommt, dass sie zusehends teurer und für viele unbezahlbar wird. Das nimmt hier die Richtung wie Paris oder London. Eine Wohnung zu finden, ist inzwischen ein Glücksspiel. Dein Heimweh bezieht sich also auf eine Stadt, die es so nicht mehr gibt dank Gentrifizierung in immer mehr Kiezen, die früher überhaupt nicht hip waren wie z B. Neukölln. Man kann hier immer noch viel erleben keine Frage, aber es mutiert halt zu einer wohl normalen europäischen Hauptstadt, deshalb war ich hier aber eigentlich nun gerade nicht hingezogen!
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Danke dir für deinen ehrlichen Kommentar, und ja, du sprichst einen ganz wichtigen Punkt an. Das Berlin, das ich damals erlebt habe, war schon ein ganz anderes als das heutige, und ich bin mir bewusst, dass sich vieles verändert hat und nicht immer zum Besseren.
Mein Heimweh bezieht sich eher auf ein inneres Bild, eine Erinnerung, die sich mit der Zeit vielleicht verklärt hat. Nicht unbedingt auf das reale, heutige Berlin. Deine Beschreibung zeigt sehr deutlich, wie sich die Stadt für die, die dort leben, spürbar wandelt. Manchmal in eine Richtung, die weh tut. Es ist traurig, wenn ein Ort, der einmal Raum und Möglichkeiten geboten hat, immer unzugänglicher wird. Danke fürs Teilen deiner Perspektive!
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Tolles Bild!
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Freut mich! Vielen Dank für deinen Kommentar!
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Hallo Dirk,
über dieses Bild bin ich gestolpert. Mich irritierte das Weiß im Wasser, bis es durchsickerte, dass dies die reflektierte Bewölkung ist. Du hast den Himmel abgedunkelt, wie es deinem Stil entspricht, das Meer aber hast du hell gelassen.
Viele Grüße Horst-
Hallo Horst! Vielen Dank für deinen genauen Blick. Das freut mich sehr! Ja, das helle Weiß im Wasser ist tatsächlich die Spiegelung der Wolken. Ich habe den Himmel bewusst abgedunkelt, um die Tiefe und Schwere des Moments zu betonen. Das entspricht, wie du richtig sagst, meinem Stil. Das Meer durfte in diesem Fall hell bleiben, weil ich genau diesen Kontrast zeigen wollte: oben die Dichte und Stille, unten das flüchtige, fast durchscheinende Licht.
Viele Grüße,
Dirk
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Toller Text zum schönen Foto!
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Das freut mich sehr. Vielen Dank !
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Ja, lieber Dirk. Ich kenne dieses Gefühl von Heimweh auch. Es sind, wie ich finde, ganz besondere Momente in denen das Gestern mit dem Heute zusammen fällt, in denen sich die Vergangenheit im „Hier und Jetzt“ wiederfindet. Sie lassen uns die Einheit in allem erahnen, vermitteln uns einen Hauch der Unendlichkeit, eine Ahnung davon dass wir alles sind, dass ein Teil dessen was gewesen ist in uns weiter lebt, sich das Leben endlos fortsetzen wird. Wieder mal ganz toll eingefangen, sehr inspirierend. Vielen Dank dafür und liebe Grüße, Daniela
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Vielen Dank, liebe Daniela! Wie schön du das in Worte fasst. Du bringst damit genau das auf den Punkt, was mich in solchen Momenten bewegt. Dieses leise Ineinandergreifen von Gestern und Heute, das Gefühl, dass alles miteinander verbunden ist. Genau das inspiriert mich zum Fotografieren und Schreiben. Vielen lieben Dank !
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